Michael Mantler: Concertos / Janus-Ensemble by Christoph Cech

Dienstag 3. Mai 2022
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Michael Mantler: compositions, trumpet 
Janus Ensemble directed by Christoph Cech


Michael Mantler 

Michael Mantler, der „bedeutende österreichische Komponist und Trompeter“, kehrt für zwei Konzerte nach Österreich zurück. Es ist Christoph Huber vom wohl bedeutendsten Jazzclub Europas – dem Porgy & Bess – zu danken, denn er setzte den initialen Schritt und ermöglichte so die erstmalige Aufführung der Concertos in Graz. Sieben Stücke umfassen Mantlers „Concertos“. Im Zentrum stehen die Instrumente, die auch die Stückbezeichnung abgeben: „Trumpet“, „Guitar“, „Saxophone“, „Marimbavibe“, „Trombone“, „Piano“, „Percussion“. Das Eröffnungsstück stellt Mantler selbst heraus. Mit seinem spröd narrativen Trompetenspiel definiert er auch gleich, wie er die Rolle der weiteren Solist*innen sieht. Als integrativer Teil der kollektiven Verdichtung thematischer Entwicklungen zu Klangfiguren, die permanenten Variationen unterliegen. Die Stücke verlangen ein Kammerorchester, welches gleichermaßen Improvisator*innen und Interpret*innen miteinschließt. Und abermals legte er die „Wiener Umsetzung“ vertrauensvoll in die Hände jenes Mannes, mittlerweile wäre dieser als Bruder im Geiste zu bezeichnen, der in der internationalen Jazzwelt eine führende Kapazität für großorchestrale Ausformungen ist: Christoph Cech. Ebenso wie Mantler ein begnadeter, unentwegt forschender „Kompositionsunruhegeist“. Cechs Janus Ensemble ist auch diesmal die musikalische „Exekutive“. Gemeinsam, das sei gleich vorweg verraten, erarbeiteten Mantler und Cech eine Intensität und Geschlossenheit in der Umsetzung des mantlerschen Materials von seltener Güte. Explizit die Verschränkung von analytischer Werkdurchdringung mit spontaner Spielfreude. Ein rarer Hörgenuss!


ZITATE

„Niemals als Solo-Concertos im engen, klassischen Sinn gedacht, waren diese Kompositionen ‒ obwohl vielleicht technisch anspruchsvoll ‒ in erster Linie nicht als virtuose Gymnastik konzipiert, und verlangen daher den Solierenden nicht das nahezu Unmögliche ab, nur um technische Fähigkeiten demonstrieren zu können. Ich ziehe es vor, sie einfach als Musikstücke zu sehen ‒ einige voll ausnotiert, andere Improvisationen einbeziehend, die den einzigartigen Klang eines bestimmten Instrumentes in Verbindung mit der Individualität der Solierenden präsentieren. Diese Concertos stellen gewissermaßen ebenso eine Rückkehr wie auch ein Überdenken des ursprünglichen Konzepts meiner Arbeit mit dem Jazz Composer’s Orchestra dar: Die Solisten kommen heute aus der zeitgenössischen Neuen Musik und dem Jazz (zum Teil nicht improvisierend, aber meistens frei interpretierend), und werden unterstützt von einem klassischen, doch musikalisch flexiblen Kammer-Ensemble.“ (Michael Mantler)

„Musikalisches Material und Charaktere zu kombinieren – sie zu verknüpfen, nebeneinanderzustellen und zu einem komplexen Ganzen zu verdichten – bedeutet immer auch, ob beabsichtigt oder nicht, so etwas wie ein Bild von der Welt zu entwickeln. Eine Reflexion, eine Gegenwelt, einen Entwurf, eine Vision. (...) Wie sieht jemand diese Welt, wenn er, wie Michael Mantler, in Wien geboren wurde und dort mit klassischer und moderner Musik aufgewachsen ist, mit 19 Jahren nach New York zog, sich selbst plötzlich inmitten der amerikanischen Jazz-Avantgarde fand und danach einen großen Kreis beschrieb, indem er nach Europa zurückkehrte? Mantler ist tatsächlich nirgendwo zu Hause, ein Weltenbummler, gereift in der Rolle des kreativen Außenseiters, der die Perspektiven zweier Kontinente und zweier Kulturen verbindet. Er sieht Musik von den Zwillingstürmen der ausgefeilten europäischen Tradition und der amerikanischen Rebellion im Jazz aus – einer Rebellion, die danach strebte, jede zuvor gültige Konvention über den Haufen zu werfen.“ (Bert Noglik) 

http://www.mantlermusic.com/


Janus Ensemble directed by Christoph Cech

Das Janus Ensemble wurde 1996 mit der Intention gegründet, ausschließlich für das Ensemble komponierte Werke vor allem der jüngeren und jüngsten österreichischen Komponist*innengeneration zu interpretieren. Seit damals haben Christoph Cech und seine Mitstreiter*innen eine Vielzahl an Werken aus der Taufe gehoben und einem internationalen Publikum erfolgreich präsentiert. Musikalische Grundgedanken sind die intensive Auseinandersetzung mit den Werken, mehr Probenarbeit und dadurch ein der Schnelllebigkeit der „Neuen Musik“-Praxis entgegenwirkendes, mehr Tiefe und gleichzeitig Transparenz zulassendes Musizieren. Weitere Spezialitäten des Ensembles sind die Vielseitigkeit seiner Musiker*innen, die neben ihren Karrieren als Interpretierende auch den Spiel- und Kommunikationsformen der Improvisation offen gegenüberstehen und die Kombination der Liveaufführungen mit elektroakustischen Räumen – vom Ensemble „Rooming“ genannt –, die eine das Konzert bereichernde spezielle Klanglichkeit ermöglichen.

Annegret Bauerle - flute
Peter Tavernaro - oboe
David Lehner - clarinet
Fabian Rucker -  bass clarinet
Reinhard Zmoelnig - horn
Alois Eberl -  trombone 
Simon Teurezbacher - tuba
Joanna Lewis, Tomas Novak -  violins
Anna Magdalena Siakala - viola
Arne Kircher - cello
Tibor Kövesdi - bass
David Dornig - guitar 
Max Kanzler - mallets 
David Helbock - piano 
Jakob Gnigler - tenor saxophone 
Christoph Cech - conductions, drums 

http://www.janus-ensemble.com/

Michael Mantler; Foto: Wolfgang Gonaus

Michael Mantler; Foto: Wolfgang Gonaus

Christoph Cech; Foto: Wolfgang Gonaus

Christoph Cech; Foto: Wolfgang Gonaus