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Die Kunstuniversität Graz trauert um Karlheinz Miklin

Karlheinz Miklin; Foto: Johannes Gellner

Er war eine der prägendsten Persönlichkeiten des Institut Jazz an der Kunstuniversität Graz. Als ein Student der ersten Jahre, später Lehrender, Professor (er emeritierte 2015) und von 1983 bis 2000 Institutsvorstand begleitete er das europaweit erste selbstständige Institut zur Jazzausbildung auf akademischer Ebene auf dem Weg zu seiner heutigen internationalen Bedeutung und Strahlkraft.

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1946 in Klagenfurt geboren, wuchs Karlheinz Miklin in musikalischem Umfeld in Bleiburg auf. Als Künstler in Graz verwurzelt und hier stets ein passionierter Botschafter des Jazz war Karlheinz Miklin bis zuletzt international als Musiker präsent.

Seit dem Ende der 70er-Jahre trat der Saxofonist mit seinem Karlheinz Miklin Trio auf, seit 1984 kam das Quinteto Argentina hinzu, 1984-2000 spielte er im Quartett, dem u. a. der große Pianist Fritz Pauer angehörte; seit 2000 betrieb er neben seinem österreichischen auch ein internationales Trio. Sein vielfältiges Werk ist auf dreißig LP/CD/DVD-Veröffentlichungen unter eigenem Namen sowie durch Rundfunk- und TV-Mitschnitte auf allen Kontinenten außer Australien dokumentiert.

Neben seiner Tätigkeit in Graz war Miklin Chairman der IASJ – Int. Association of Schools of Jazz mit Sitz in Den Haag, 2003-2010 Vice Chairman im Advisory Board des EYJO – European Youth Jazz Orchestra mit Sitz in Dänemark sowie seit 1992 Associate Jazz Artist an der Royal Academy London.

Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen ist neben dem Großen Josef Krainer Preis und dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark vor allem der Karl-Böhm-Interpretationspreis zu erwähnen, den Karlheinz Miklin 2009 als erster Jazzmusiker erhielt. 2015 wurde Miklin vom deutschen Journal „jazzthing“ in die Liste der „European Jazz Legends“ aufgenommen und porträtiert.

Der Musiker, der Mensch wird fehlen, seine Musik und sein Vorbild leben weiter.