Jörg Achim KELLER (DE)

Jörg Achim Keller wurde am 27. August 1966 in Zürich, Schweiz geboren.

Der Dirigent, Komponist, Arrangeur und Schlagzeuger wuchs in Münster auf und lernte schon als Kind dank der Schallplattensammlung seines Vaters den Jazz kennen und lieben. Während seines Musikstudiums in Holland schrieb er bereits Arrangements für Peter Herbolzheimers SWF-Formation, das Metropole Orkest, die Big Bands des NDR und des hr sowie viele weitere.
Zwei Jahre lang war er Anfang der 90er Jahre als Schlagzeuger mit dem europäischen Glenn Miller Orchestra auf Tour und spielte unter anderem schon Mitte der 80er Jahre im Quartett des amerikanischen Saxophonisten Herb Geller.

Seit Mitte der 90er Jahre verlagerte sich Kellers Tätigkeit als ausübender Musiker zunehmend vom Schlagzeug zur Ensembleleitung.
So war er ab dieser Zeit häufig Gastdirigent bei der NDR Bigband und der RIAS Big Band, dirigierte später aber auch das Deutsche Filmorchester Babelsberg und weitere symphonische Orchester.
Im Februar 2000 wurde Keller zum Chefdirigent der hr-Bigband berufen, die er bis August 2008 leitete. In dieser Zeit konnte er den Klangkörper nach seinen Vorstellungen formen. Produktionen aus diesen Jahren umfassen u. a. eine Bearbeitung der Musik des Free-Jazz-Revolutionärs Ornette Coleman für das Deutsche Jazzfestival Frankfurt 2003, Jazzfassungen der Oper Porgy and Bess und Leonard Bernsteins West Side Story sowie eine Produktion mit balinesischer Gamelanmusik .

Mitte 2008 wechselte Jörg Achim Keller innerhalb der ARD vom hr zum NDR, wo er zur Saison 2008/2009 Chefdirigent der NDR Bigband, ab Mitte 2016 dann zu deren erstem Gastdirigenten wurde.
Keller orchestrierte Kinofilme (u. a. „7-Zwerge“ I & II) und TV Serien (u. a. „2 Brüder“ und „Inseln unter dem Wind“) und schrieb Auftragskompositionen im symphonischen Bereich (u. a. für die Bamberger Symphoniker und ein Konzert für Saxophon, das vom hr-Sinfonieorchester mit Prof. Wolfgang Bleibel als Solisten aufgeführt wurde).
Er gastiert(e) außerdem als Arrangeur und Dirigent bei der hr-Bigband, WDR Big Band, BBC Big Band (GB), Bohuslän Big Band (SWE), bei den Bochumer Symphonikern, dem Deutschen Symphonie Orchester, der Radiophilamonie Hannover sowie beim Deutschen Filmorchester Babelsberg, dem BBC Concert Orchestra und dem Metropole Orkest (NL).
Die über 2.750 von Keller in den vergangenen 33 Jahren verfassten Arrangements umfassen Bearbeitungen jeglicher Stilistik und Besetzung, vom Blockflötentrio bis zum Doppelorchester aus Big Band und Symphonieorchester.

Er war als Arrangeur und/oder Conductor für eine Vielzahl deutscher und internationaler Künstler tätig, wie z. B.: Till Brönner („German Songs“+ weitere), Udo Jürgens („Einfach Ich“ + 2 weitere), No Angels („When the Angels swing“), Tom Gäbel („Introducing: Myself“ + weitere), Alan Bergman („Lyrically“), Stefan Gwildis („Das mit dem Glücklichsein“), Joja Wendt (diverse), Nils Landgren, Nana Mouskouri, Pepe Lienhard sowie im Zusammenhang seiner Tätigkeit für die diversen Orchester und Bands u. a. mit Mark Murphy, Al Jarreau, Michael Brecker, Randy Brecker, Wolfgang Haffner, Victoria Tolstoy, Rebekka Bakken, Nina Hagen, Joe Pass, Mike Stern, Chet Baker, James Morrison, Annette Louisan, Sasha, Xavier Naidoo, Clueso, N.Y. – Voices, Jeff Cascaro, Silvia Droste, Marc Secara, Jack Bruce, Michael Wollny, Oleta Adams u.v.m.
Für seine Programmkonzeptionen und Arbeiten als Arrangeur/Dirigent erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Letzte Arbeiten umfassen u. a. das Duke-Ellington-Programm für die Europatournee 2016 von Al Jarreau mit der NDR Bigband die CD „Nice ‘n’ Easy“ von Thomas Quasthoff sowie „Rocks“ von Randy Brecker.
Von April 2017 bis März 2018 bekleidete Keller eine Gastprofessur  für Arrangement/Komposition – Ensemble am Jazz-Institut Berlin und ist seit dem 1. April 2018 Professor für Dirigat/Ensembleleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Er ist weiterhin als ausübender Musiker und Schreiber aktiv.