Mag. Stefan Heckel erhält den Harry-Pepl-Preis

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Freigeist an den Tasten

Die Freiheit, die Stefan Heckel meint, heißt Improvisationsmusik. Heute erhält er beim "Austrian Soundcheck" den Harry-Pepl-Preis.

Begonnen habe er noch nicht, lässt uns Stefan Heckel aus Malmö wissen, wo er gerade als Gastlehrer wirkt, aber die nächsten zwei Jahre werden es für seine Doktorarbeit wohl werden. Diese nämlich sei ganz dem ?uevre des vor fünf Jahren jäh verwichenen Jazzgitarristen und Komponisten Harry Pepl gewidmet. Nur richtig also, dass der 41-Jährige heute beim "Austrian Soundcheck" den mit 4000 Euro dotierten Harry-Pepl-Förderpreis aus gamsbART-Händen erhält.

Zwischen Jazz, ethnischer und alpenländischer Musik steht wie bei Pepl auch bei Heckel stets die musikalische Freiheit im Zentrum des kreativen Prozesses. Der gebürtige Grazer, der an der Royal Academy of Music Jazzkomposition studiert hat, nahm in London auch seine erste CD auf. "Horch" nannte er 1998 sein Debüt mit der Stefan Heckel Group. Bald steht die dritte CD dieser Band mit Aufnahmen ins Haus, für die Heckel nicht nur am Flügel saß, sondern auch zum Akkordeon und Harmonium griff. "Es wird also vom Klang her vielfältiger", verspricht der Tastenmeister, der auch auf zwei weiteren Neuerscheinungen zugange ist: Mit dem Trio Gstättner/Heckel/Sahmaoui hat er sich eine klangbesessene Annäherung von alpenländischer Volksmusik an die maghrebinisch-afrikanische Musik erlaubt. Und mit dem Ensemble Melange Oriental, "mein momentanes Hauptprojekt", hat Heckel alle vier kulturellen Viertel der Altstadt Jerusalems unter einen Hut gebracht.

"An meinen Studenten merke ich, wo ich selber stehe", sagt der 41-jährige Dozent am Jazzinstitut der Kunstuniversität Graz. Dadurch sei sogar das Unterrichten wie eine Art Performance. Wie eine Art Improvisation sowieso.